25 Jahre Integrationsfachdienst in Dortmund
Ein Vierteljahrhundert für berufliche Teilhabe
Für Gespräche und Kennenlernen war genügend Raum.
Am 8. September 2026 wurde im Katholischen Centrum gefeiert: Der Integrationsfachdienst (IFD) Dortmund blickte auf 25 Jahre Engagement für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung zurück. Mitarbeitende, Wegbegleiter:innen, Kooperationspartner:innen und Gäste kamen zusammen, um die Geschichte des IFD zu würdigen und zugleich den Blick auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu richten.
Es war ein abwechslungsreicher Vormittag mit Musik, Kunst und Begegnung. Durch die Veranstaltung führte Torsten Stern, Leiter des IFD. Gerd Diesel, Vorstand der Caritas Dortmund, begrüßte die Gäste und würdigte die langjährige Arbeit des Fachdienstes. Ein interaktiver Rückblick machte die Entwicklung des IFD über 25 Jahre sichtbar. Der Jongleur Tobias Schneider bezog die Gäste ein und sorgte für Unterhaltung. Auch Menschen mit und ohne Behinderung gestalteten die Feier aktiv mit. Kunstwerke aus der Werkstatt Über den Teichen für Menschen mit Behinderungen und des Christopherus Haus Integrationsfördergesellschaft gGmbH wurden präsentiert.
Sandra Fülber, Jochen Schrumpf und Martin Klausmeier begleiteten die Jubiläumsfeier mit Live-Musik.
Auch wichtige Kooperationspartner:innen waren bei der Jubiläumsfeier dabei. Norbert Schilff, Bürgermeister der Stadt Dortmund, Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, und Johanna Korte vom LWL-Inklusionsamt Arbeit würdigten in ihren Redebeiträgen die Bedeutung des IFD für die berufliche Teilhabe.
25 Jahre im Wandel
Seit seiner Gründung zum 1. Januar 2001 hat sich der Integrationsfachdienst kontinuierlich weiterentwickelt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben sich verändert, ebenso die Anforderungen an die berufliche Teilhabe. Dabei hat sich auch der Blick auf Menschen mit Behinderung gewandelt: Nicht die Behinderung allein steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Unterstützung und welche Veränderungen notwendig sind, damit berufliche Teilhabe gelingt.
Die UN-Behindertenrechtskonvention, die Weiterentwicklung des Teilhaberechts durch das Bundesteilhabegesetz und neue Angebote haben diese Entwicklung geprägt. Auch die Corona-Pandemie stellte den IFD vor neue Herausforderungen. Beratungen mussten teilweise telefonisch, digital oder bei Spaziergängen im Freien stattfinden. Dabei zeigte sich einmal mehr, was die Arbeit des IFD auszeichnet: Wenn der gewohnte Weg nicht funktioniert, wird ein anderer gefunden.
Heute arbeiten 16 Fachberater:innen im Dortmunder IFD und begleiten aktuell 524 Betreuungsfälle. Sie unterstützen Menschen mit Behinderung bei beruflichen Herausforderungen und beraten Arbeitgeber:innen unter anderem bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen und zu möglichen Unterstützungsangeboten.
Wenn Unterstützung im Arbeitsalltag ankommt
Sebastian Fischer und Dennis Schoof von Lucky Bike erzählen Torsten Stern, Leiter IFD, von Ihren positiven Erfahrungen mit dem IFD.
Wie wichtig passgenaue Unterstützung für eine gelingende Beschäftigung sein kann, zeigt das Beispiel von Lucky Bike in Dortmund. Seit neun Jahren arbeitet dort Sebastian Fischer, der autistisch ist. Der IFD begleitet ihn und seinen Arbeitgeber kontinuierlich.
Dennis Schoof, stellvertretender Filialleiter bei Lucky Bike, erläutert: "Es macht mir große Freude, mit Sebastian zu arbeiten. Mit Unterstützung des IFD konnten wir erste Schwierigkeiten überwinden, passende Strukturen schaffen und seine Aufgabengebiete klar definieren. Nun funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut und Sebastian ist mit seinem großen Einsatzwillen und seiner Arbeitsfreude eine absolute Bereicherung für Lucky Bike."
Doch Inklusion bedeutet mehr als passende Rahmenbedingungen. Es geht auch um die Haltung, mit der Menschen einander begegnen. Einen wichtigen persönlichen Blick auf Inklusion bringt Mourad Louloud mit. Der blinde Deutschlehrer wurde vom IFD erfolgreich bei der Arbeitsplatzsuche unterstützt. Seine Haltung bringt einen zentralen Gedanken der Inklusion auf den Punkt: "Schauen
Ulrike Flaspöhler (IFD) und Mourad Louloud berichten über die Unterstützung des IFD bei der Arbeitsplatzvermittlung.
Sie bei einem Menschen mit Behinderung bitte zuerst auf die Motivation und die Qualifikation, nicht darauf, was er nicht kann. Wenn wir diese Haltung stärker leben, dann wird Inklusion in der Arbeitswelt selbstverständlich."
Mit Erfahrung in die Zukunft
25 Jahre IFD bedeuten auch 25 Jahre Veränderung. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen in der Arbeitswelt werden den Fachdienst auch künftig beschäftigen. Dazu gehört etwa die Frage, welche Chancen und Herausforderungen Künstliche Intelligenz für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung mit sich bringt.
Der IFD will diese Entwicklungen aufmerksam begleiten und gemeinsam mit Menschen mit Behinderung und Arbeitgeber:innen nach guten Lösungen suchen. Dabei bleibt ein Grundgedanke bestehen: Wenn der gewohnte Weg nicht funktioniert, muss ein anderer gefunden werden.
Gemeinsam weitergehen
25 Jahre Integrationsfachdienst Dortmund sind damit nicht nur ein Grund zum Zurückblicken, sondern vor allem ein Anlass, weiterzumachen: für mehr Teilhabe, mehr Chancen und eine Arbeitswelt, in der die Fähigkeiten von Menschen im Mittelpunkt stehen.
Der IFD ist ein Trägerverbund aus dem Caritasverband Dortmund e.V., dem Diakonischen Werk Dortmund und Lünen gGmbH sowie dem Zentrum für Gehörlosenkultur e.V. Er handelt im Auftrag des LWL-Inklusionsamtes Arbeit und anderer Rehabilitationsträger.