Erdbeben in Venezuela - erste Caritashilfen angekommen
Es ist ein bewegendes Bild aus Venezuela, das Caritas-Koordinator Jonas Brenner zeichnet: in den öffentlichen Parks der von den Erdbeben zerstörten Städte finden sich immer mehr Kinder ein, die ihre Eltern suchen - und Eltern, die ihre Kinder suchen.

Es braucht dringend koordinierte Hilfen, um das unvorstellbare Chaos, das die Erdbeben hinterlassen haben, zu durchblicken und den Menschen bestmöglich zu helfen. Gemeinsam mit unserem Partner vor Ort, der Caritas Venezuela, sind wir vorbereitet.
Die Caritas Venezuela stellt ihre gesamte lokale Infrastruktur zur Verfügung, um die Versorgung der betroffenen Bevölkerung zu sichern. Dazu gehören insbesondere die Bereitstellung von Lagerflächen und Logistik für dringend benötigte Hilfsgüter für den schnellen und organisierten Transport zu den Betroffenen.

Trotz der weiterhin dramatischen Lage zeigt sich, dass die Hilfsstrukturen vor Ort funktionieren und stetig angepasst werden können, um möglichst viele Menschen schnell und wirksam zu erreichen.
Um die Hilfen möglichst effizient zur Bevölkerung zu bringen, folgen unsere Caritas-Kolleginnen und Kollegen vor Ort angepassten Strategien. Die Direktorin der Caritas Venezuela, Janeth Márquez, beschreibt uns ihre Vorgehensweise:
Phase 1 - Akuthilfe:
Im Mittelpunkt stehen die Rettung von Verschütteten, das Bergen von Menschen aus zerstörten Gebäuden sowie die Zusammenführung von Familien. Gleichzeitig werden obdachlos gewordene Menschen von den Straßen in sichere Bereiche gebracht.
Phase 2 - Akute Versorgung:
In dieser Phase werden Betroffene mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln sowie Zelten oder Decken ausgestattet. Die Versorgung der Menschen, die weiterhin auf der Straße leben müssen, wird systematisch organisiert.
Phase 3 - gezielte Nachsorge:
Sobald die akute Phase abgeschlossen ist, richtet sich der Fokus auf besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen. Diese werden gezielt aufgesucht und langfristig weiter unterstützt.
Verteilung von Hilfen nach der "24-24-Methode":
Die Hilfsgüter werden jeweils 24 Stunden lang intensiv in den betroffenen Gebieten verteilt. Anschließend ziehen sich die Teams für 24 Stunden zurück zur Verteilerstelle, um neue Lieferungen zu empfangen, die Lage zu analysieren und sich zu koordinieren. "So können wir unsere Hilfen konzentriert und optimiert anbieten", meint Márquez.