Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Vergütungssteigerungen in der ambulanten Pflege künftig stärker begrenzt werden. Gleichzeitig könnte die bisherige vollständige Refinanzierung tariflicher Löhne in der häuslichen Krankenpflege wegfallen. Für Pflegedienste würde dies bedeuten, dass steigende Personalkosten künftig nicht mehr vollständig ausgeglichen würden.
Die Caritas Dortmund versorgt in der ambulanten Pflege rund 1.400 pflegebedürftige Menschen. Zudem sind dort etwa 175 Mitarbeitende in der ambulanten Versorgung beschäftigt.
Aus Sicht der Caritas Dortmund gefährdet diese Entwicklung nicht nur die wirtschaftliche Stabilität ambulanter Pflegedienste, sondern stellt auch die Versorgungssicherheit insgesamt infrage, erhöht den Fachkräftemangel und steigert das Risiko von Versorgungslücken für pflegebedürftige Menschen.
"Wenn tarifliche Löhne künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden, geraten ambulante Pflegedienste wirtschaftlich unter Druck. Das verschärft den Wettbewerb um Fachkräfte und gefährdet die Zukunft der ambulanten Pflege", erklärt Kirsten Eichenauer-Kaluza, Vorständin der Caritas Dortmund.
Bereits heute ist der Fachkräftemangel in der ambulanten Pflege spürbar. Gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung sind entscheidend, um Personal zu gewinnen und zu halten. Werden diese Grundlagen geschwächt, entstehen zusätzliche Belastungen für ein bereits angespanntes System.
Die Folgen betreffen unmittelbar die Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Einschränkungen von Leistungen oder Versorgungsgebieten erhöhen das Risiko von Versorgungslücken deutlich.
"Für viele Menschen ist die ambulante Pflege die Voraussetzung, um weiterhin zu Hause leben zu können. Werden Angebote eingeschränkt, drohen Versorgungslücken für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen", warnt Svenja von Essen, Fachbereichsleitung Ambulante und teilstationäre Altenhilfe der Caritas Dortmund.
Die Caritas Dortmund unterstützt das Ziel, die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung langfristig zu sichern. Eine nachhaltige Stabilisierung der Krankenkassenfinanzen darf jedoch nicht zulasten der pflegerischen Versorgung gehen. Eine verlässliche Finanzierung ist Voraussetzung für eine stabile ambulante Versorgung und darf nicht aus kurzfristigen fiskalischen Erwägungen zulasten der Pflege und der Versorgungssicherheit aufgeweicht werden.
Deshalb richtet die Caritas Dortmund einen dringenden Appell an die Verantwortlichen auf Bundesebene, an der vollständigen Refinanzierung tariflicher Vergütungen festzuhalten.