Was passiert, wenn gute Arbeitsbedingungen nicht mehr verlässlich finanziert werden? Diese Frage beschäftigt die Caritas Dortmund mit wachsender Sorge. Denn die geplanten Änderungen bei der Refinanzierung tariflicher Personalkosten könnten die soziale Versorgung in Dortmund spürbar unter Druck setzen. Aus diesem Grund beteiligt sich die Caritas Dortmund an der landesweiten Petition "Tariftreue besser machen!" und macht auf die möglichen Folgen für die Menschen vor Ort aufmerksam.
Rund 2.300 Mitarbeitende engagieren sich bei der Caritas Dortmund in fast 60 Diensten und Einrichtungen für Menschen, die Unterstützung benötigen. Nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung könnte die Refinanzierung tariflicher Personalkosten künftig eingeschränkt werden. Für soziale Träger würde das bedeuten, dass steigende Personalkosten nicht mehr vollständig ausgeglichen werden. Dadurch gerieten viele Angebote wirtschaftlich unter Druck, obwohl der Bedarf an Unterstützung wächst.
In Dortmund begleitet die Caritas in der ambulanten Pflege rund 1.400 pflegebedürftige Menschen. Darüber hinaus unterstützt sie in der Eingliederungshilfe rund 200 Menschen mit Behinderung mit unterschiedlichen Assistenzangeboten. Werden tarifliche Vergütungen künftig nicht mehr vollständig refinanziert, geraten auch diese Angebote zunehmend unter Druck.
"Menschen mit Behinderung sind auf verlässliche Assistenz angewiesen, um ihr Leben selbstbestimmt gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Dafür braucht es qualifizierte Mitarbeitende und eine Finanzierung, die gute Arbeitsbedingungen dauerhaft sichert", betont Viviana Mehlan, Fachbereichsleitung Eingliederungshilfe der Caritas Dortmund.
Die Folgen wären unmittelbar spürbar: Pflegebedürftige Menschen könnten wichtige Unterstützung verlieren, die ihnen ein Leben in ihrer vertrauten Umgebung ermöglicht. Menschen mit Behinderung wären auf weniger verlässliche Assistenzangebote angewiesen, Angehörige würden zusätzlich belastet und der Fachkräftemangel könnte sich weiter verschärfen.
"Wenn tarifliche Arbeitsbedingungen nicht mehr verlässlich finanziert werden, zahlen am Ende nicht die Träger den Preis, sondern die Menschen, die auf Pflege, Assistenz und Unterstützung angewiesen sind. Gute soziale Versorgung braucht faire Arbeitsbedingungen und die müssen auch finanziert werden", betont Kirsten Eichenauer-Kaluza, Vorständin der Caritas Dortmund.
Mit der Petition "Tariftreue besser machen!" fordert die Caritas in NRW die Bundesregierung auf, die vollständige Refinanzierung tariflicher Vergütungen dauerhaft gesetzlich abzusichern. Die Caritas Dortmund unterstützt diese Forderung ausdrücklich und ruft die Dortmunder:innen dazu auf, die Petition zu unterzeichnen. Jede Unterschrift ist ein Zeichen für faire Arbeitsbedingungen und eine verlässliche soziale Versorgung.
Die Petition kann unter www.openpetition.org/xpnhb unterzeichnet werden.